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Chiha - "Chiha"
Arabischer Gesang, teils im traditionellen Gewand, teils modern umgesetzt, trifft hier auf programmierte Rhythmen und Klänge. Produzent Matthias Trippner, besser bekannt als Schlagzeuger der Band "Shank", untermalt den Gesang von Chiha auf moderne und meist sparsame Weise. Das gibt der Stimme viel Raum, wird aber leider - konzeptuell bedingt - bei dem einen oder anderen Stück etwas gleichförmig.




Chiha - "Chiha"
Hörenswerte Highlights sind die beiden Stücke "We are the gazelles" und "Oh Mami". Ersteres besticht durch Chihas Stimmgewalt und programmierte arabische Rhythmen, die hier aber nicht künstlich klingen, sondern sehr lebendig. "Oh Mami" weckt Interesse aufgrund des abwechselnd deutschen und arabischen Textes - die "arabische" Intonation und Sprachmelodie bleibt auch bei den deutschen Passagen erhalten. Bei einigen anderen Stücken dagegen wirkt die minimalistische Programmierung zu technisch und läßt den Gesang damit ebenfalls unecht klingen. Das allerdings ist mit Sicherheit nicht "im Sinne des Erfinders".
Es sind viele gute Ideen auf dieser Scheibe - die Stimme und die sehnsuchtsvollen und tragischen Texte mit dem Themenschwerpunkt "Liebe und Kulturkonflikt" passen grundsätzlich sehr gut zu experimenteller Programmierung. Der Ansatz stimmt also. Allerdings: Es sollte an allem noch ein wenig gefeilt werden.

Carina Prange
CD: Chiha - "Chiha" (United One 402 4569 2029 2) - United One online: www.united-one.de
Cover: Jimi Wunderlich




Ein orientalisches Kleinod
Chiha: "Chiha – ohne Oh Mami". CD, United Records
Das Debutalbum der in Deutschland lebenden Tunesierin Chiha ist ein kleines Juwel. Chiha beherrscht die seltene Kunst des Nubat-Gesangs und fühlt sich der arabisch-andalusischen Tradition verpflichtet. Die Titel des Albums handeln von der Liebe und den Schwierigkeiten, diese in einer von mehr oder minder subtilem Rassismus durchsetzten Gesellschaft zu leben. Geschickt lässt die Künstlerin ihre Songs von westlichen Elektronik-/House-Musikern vertonen. Nach Ofra Haza kam Orient-Pop lange Zeit nicht gut an, auch Tarkan hat sich als Kurzzeitphänomen erwiesen. So bleibt zu hoffen, dass dieses Kleinod wenigstens einer aufgeschlossenen Minderheit in die Hände fällt

Andreas Lucas



Chiha - "Chiha"
Die abgespeckte Demoversion einer "richtigen" CD stellt ohne Berührungsängste mit neueren Dancefloor-Rhythmen und der deutschen Sprache eine vielversprechende tunesische Sängerin vor.
In Anbetracht der nur halbstündigen Spielzeit dachte ich an eine reine Vorabversion für Promo-Zwecke – aber nein, es ist die fertige CD, bei der wir uns gerade mal mit sieben Stücken begnügen müssen. Die Stimme von Chiha, einer mit einem Deutschen liierten Tunesierin, ist aber so beeindruckend, dass ich ihr eine ausgewachsene Produktion üblicher Länge und Art von Herzen wünsche. Die instrumentalen Backings kommen nämlich überwiegend aus dem Sampler des Schlagzeugers Matthias "Le Trip" Tippner, der seine Sache – nämlich Chihas Stimme optimal herauszustellen – sehr gut macht: So müsste ihm auch gelingen, mitteleuropäische Tanzböden zu bevölkern. Dennoch: Arabische Flöte, Hackbrett, Laute und Trommeln sowie das für dieses Genre obligate Streichorchester würden Chiha auch nicht schlecht zu Gesicht stehen.
Die beiden deutsch gesungenen Lieder wirken auf der CD zunächst wie skurrile, nicht ganz ernst zu nehmende Bonustitel. Als etwas abseitiger Geheimtip für eine Charts-Position könnte "Oh Mami" aber helfen, Chiha auf dem Markt zu etablieren

Máthyás Kiss